kroko615s life


Ein Kommentar

[Ergotherapie] Das Studium und die FH

ErgotherapieHeute nun (endlich) der nächste Beitrag zu meiner kleinen Blogidee. Ich bin leider nie dazu gekommen, etwas zu schreiben, ABER heute, ja heute ist es endlich wieder so weit ^^

Ich möchte hier ein kleines bisschen über die FH schreiben, da sich die Ausbildung (so weit ich weiß) ja von der in Deutschland unterscheidet.

Früher war die Ergotherapie bei uns an Akademien, die meisten meiner Vortragenden haben auch noch dort ihren Abschluss gemacht. Seit 2005 gibt es meine FH (FH Joanneum) als richtige FH. Was ist also eine FH – oder auch Fachhochschule?

Gleich zu Beginn: Es ist keine Schule, es ist eine Universität. Gut, okay, aber da muss doch ein Unterschied sein? Ja, den gibt es. Da ich allerdings direkt an einer FH (ohne Vererfahrung an einer „richtigen“ Uni) angefangen habe, habe ich leider nur Erzählungen und kann so Vergleiche ziehen.

Das System an einer FH gleicht dem einer Uni. Wir haben Vorlesungen, Prüfungen, Hörsäle usw.

Um überhaupt an die FH und somit ins Studium der Ergotherapie zu kommen, musste ich einen 3-stündigen Aufnahmetest und danach ein Aufnahmegespräch absolvieren. Genommen wurden bei uns 28 Leute, derzeit sind wir noch 24. Ein Jahrgang hat somit 24-28 Leute und ist in manchen Vorlesungen (meist die Praktischen Übungen) in Gruppen geteilt.

Ein großer Unterschied zur Uni ist, dass wir einen fixen Stundenplan haben. Uns werden die Vorlesungen eingeteilt und wir haben um die Zeit da zu sein. Das führt gleich zum nächsten Unterschied: Die Anwesenheitspflicht. Ich habe in jeder Vorlesung mindestens 80% Anwesenheit, erreiche ich sie nicht, muss ich eine Ersatzarbeit leisten oder darf nicht zur Prüfung antreten und bin somit negativ. Die Prüfungen sind auch (etwas) anders. An meiner FH (das gilt bestimmt nicht für alle) sind fast alle Prüfungen mündlich. Das hört sich im ersten Moment schlimm an, aber da wir auch praktische Prüfungen haben, ist das eigentlich unvermeidlich und man gewöhnt sich schnell daran. Auch die Prüfungstermine „darf“ ich mir nicht aussuchen, sie werden zugeteilt. Ich habe immer nur einen offiziellen Termin, trete ich dort nicht an, muss ich krank sein, ansonsten ist Antritt verpflichtend. Trete ich einfach so nicht an, ohne Entschuldigung, bin ich automatisch negativ und es wird ein neuer Termin zusammen mit den Vortragenden ausgemacht. Insgesamt habe ich drei Antritte zur Verfügung. Der erste und zweite Antritt sind ähnlich, beim dritten muss ich dann vor eine Kommission. Wird dieser nicht bestanden, endet das Studium oder man wiederholt das ganze Semester.

Ein Vorteil an mündlichen Prüfungen ist allerdings, dass man natürlich die Note gleich weiß und somit sofort erleichtert (oder auch nicht) ist.

Die Vorlesungen sind unterschiedlich aufgebaut. Es gibt in der Ergotherapie fünf Fachgebiete – Neurologie, Geriatrie, Pädiatrie, Orthopädie und Psychiatrie. In jedem dieser Fachbereiche werde ich praktisch und theoretisch ausgebildet, danach folgt ein Praktikum in jedem Fachbereich. Es gibt dann aber auch noch die andere Seite: die Medizin. Auch diese wird unterrichtet. Das Ganze beginnt mit Anatomie, Physiologie, Pathologie und Innere Medizin. Danach folgen je nach Fachbereich die klinischen Fächer. Heißt: Neurologie = Neurologie in der Medizin. Ich bekomme also immer beide Sichtweisen eingetrichtert. Das ist extrem viel zu lernen, da ich beide Seiten können sollte. Ich sollte die medizinischen Fakten kennen, um eine Krankheit beurteilen und auch behandeln zu können. Aber auch die ergotherapeutische Sichtweise und die Methoden brauche ich, um den Patienten auch behandeln zu können.

Neben dem ganzen medizinischen und ergotherapeutischen Kram, kommen dann auch noch ganz andere Fächer dazu. Von Psychologie, Soziologie bis zum Handwerk (nicht basteln, darauf bestehe ich :D). Handwerk? Ihr habt das sicher schon mitbekommen, dass ich hin und wieder mal was aus der FH mitbringe. Ton-, Holz-, Metall- und Filz- bzw. Lederarbeiten hatte ich schon. Außerdem auch Buchbinden, derzeit einen Schienenkurs und ab nächster Woche startet sogar gärtnerische Aktivitäten. Das alles dient natürlich nicht (nur) unserer Bespaßung, sondern hat Sinn. Wie ich ja im vorigen Artikel schon erwähnt hatte, arbeiten Ergotherapeuten Klientenzentriert und Betätigungsorientiert. Das sind die zwei Grundsätze, die wir in der Ausbildung eingetrichtert bekommen 😉 Das Bedeutet, dass ich mit dem Patienten Sachen mache, die ihm Spaß machen und Sinn für ihn haben, gleichzeitig aber bei der Behandlung seiner Einschränkung helfen. Je mehr Möglichkeiten wir im Studium kennenlernen, desto mehr kann ich natürlich später mit meinen Patienten machen 🙂

Die FH ist also sehr praktisch orientiert, was an Unis natürlich schwer aufgrund der großen Gruppengrößen ist.

Ein „Nachteil“ meines Studiums ist allerdings, dass ich wenig Ferien habe. Das liegt allerdings eher an dem Aufbau der FH. Ich habe nur 6 Semester, um das Studium abzuschließen (außer man wiederholt), das heißt, sie haben wenig Zeit, um den ganzen Stoff in unsere Köpfe zu bekommen. Damit sich die Praktika, Sommerferien, Prüfungen und Vorlesungen ausgehen habe ich relativ viele Wochenstunden und dazu noch wenig Ferien. Meist so 1-2 Wochen weniger, als andere Studiengänge. Das betrifft aber nur das Studium der Ergotherapie (und einige andere Gesundheitswissenschaften), andere Studiengänge an der FH nicht.

Ach ja, was bin ich dann eigentlich, wenn ich alles fertig habe? BSc. – Bachelor of Science. Diesen Titel erwerbe ich dann durch meine Bachelor Prüfung, davor habe ich allerdings noch eine praktische Vorprüfung.

So, das wäre mal das erste, was mir so zur FH und dem ganzen System einfällt. Falls jemand Fragen hat, immer her damit!

Ich hoffe, euch gefällt es, was ich hier so erzähle. Ich bekomme leider immer öfter mit, dass die Leute glauben, ich studiere nicht richtig, da ich ja auf eine Fachhochschule gehe und nicht auf eine „richtige“ Uni. Wieder mal Aufklärungsarbeit meinerseits 😉


4 Kommentare

[365/048] – Schiene

SONY DSC

Sony A290 | Sony DT 50 mm

Diese Woche habe ich Schienenkurs und irgendwie mag ich es. Hier seht ihr meine erste Cock-Up Schiene – Sie dient einfach dazu, das Handgelenk zu fixieren.

Unterschrift

 

 

banner


Hinterlasse einen Kommentar

[365/305] – Mensch Ärgere Dich Nicht!

SONY DSCSony A290 | Sony DT 50 mm
SONY DSCSony A290 | Sony DT 50 mm
SONY DSCSony A290 | Sony DT 50 mm
SONY DSCSony A290 | Sony DT 50 mm

Da ich bei meinem Studium auch handwerklichen Unterricht (getarnt als ergotherapeutische Theorien und deren Anwendung) habe, kommen auch hin und wieder selbst gemachte Sachen mit nachhause. Dieses Mal hatte ich Holzarbeiten und meine Idee dafür war dieses „Mensch Ärgere Dich Nicht“. Ich bin wirklich zufrieden damit und wollte es euch mal zeigen 🙂

Unterschrift

banner


Hinterlasse einen Kommentar

[Studentenleben] Calm yourself

Hallo meine Lieben 🙂

Da ich heute bis 18:00 Uhr in der FH hocke, wollte ich euch ein kleines Update vorbloggen 🙂

Mittlerweile stehe ich ja kurz vor meinen ersten Ferien, nein, entschuldigt „Vorlesungsfreie Zeit“ wie man hier darauf besteht. Es sind drei Monate, seit ich nach Bad Gleichenberg gezogen bin und Ergotherapie studiere. Drei Prüfungen, die ich bisher hatte.

Die Prüfungen waren heftig, es hat sich auf meine Gesundheit geschlagen, weil ich so unglaublich Stress hatte und kaum geschlafen habe. Es war hart, weil ich am Tag nur ca. 2 Stunden hatte, wo ich wirklich kurz nichts gemacht habe. Dazu zählen Essen, Duschen und evtl. bloggen (was ich ja auch vernachlässigt habe) und eben meine 5-6 Stunden Schlaf. Die erste Prüfung war recht chillig und wurde mit einem Sehr Gut bestanden (mein Lernaufwand war dementsprechend gering). Die zweite war die erste große Prüfung, für die ich echt 1-2 Monate durchgelernt habe und die ich zum Glück auch bestanden habe, zu meiner großen Überraschung mit einem Sehr Gut 😀 Für die Dritte hatte ich nur ca. 5 Tage zum aktiv lernen, was mich ganz leicht gestresst hat. Die wurde auch bestanden, zur noch  größeren Überraschung auch mit einem Sehr Gut.

Ich bin leicht fasziniert von mir selbst. Bis zum letzten Tag vor den Prüfungen hatte ich das Gefühl, keinen Plan zu haben, alle anderen waren so gut und ich so „Ja, schön. Ich hab zwar gelernt, aber weiß nicht alles perfekt“. Natürlich gehört bei mündlichen Prüfungen extrem viel Glück dazu, aber SO viel Glück kann man doch nicht haben, oder? Irgendwie liegt mir das Studium, denke ich 😀

Auf jeden Fall ist es die Woche vor Weihnachten etwas ruhiger, wenn ich auch ewig Vorlesungen habe und ich kann mal in Ruhe etwas lesen oder meine ungewohnte Freizeit genießen.

Stefan wird sich auch sehr darüber freuen, da er mir in der Zeit zu 99% beim Lernen geholfen hat und er mir schon sehr Leid getan hat. Nun haben wir zumindest ein paar Wochenenden, in denen sich nicht alles um irgendwelche Muskeln, Körperfunktionen oder Knochen dreht ^^

Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Tag, morgen gibt es wieder ein Foto im Adventkalender 🙂